"Auf ihrer höchsten Stufe wird die Kunst ganz äusserlich sein": Goethe bei Handke

Translated title of the contribution: "On Their Top, Arts Will Be Entirely External": Goethe seen by Handke

Research output: Contribution in Book/Catalog/Report/Conference proceedingConference contribution

Abstract

Nach einer sprachexperimentellen und -skeptizistischen Phase trat in Handkes Werk um 1972 eine Wende ein hin zur Affirmation des Schönen, zur Sondierung des Authentischen in und durch Sprache auf der Basis des 'neuen Sehens' ' auch unter dem Eindruck der Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts. Aus den Schichtungen vielfältiger intertextueller Bezüge habe ich die auf Goethe verweisenden als Bestandteile einer bei Handke selbst angelegten Deutungsperspektive ausgewählt. Handkes Bezugnahmen auf Goethes Werk changieren zwischen 'deutlich markiert' und 'kaum markiert'. Entschieden habe ich mich für drei aussagekräftig 'markierte' Beispieltexte: Zunächst skizziere ich die Kontrastbeziehung der Falschen Bewegung zum Wilhelm Meister als dem unangefochtenen Modell des Bildungsromans; dann folgt Die linkshändige Frau zusammen mit ihrem 'Echoraum', dem Journal Das Gewicht der Welt, und beider Orientierung an den Wahlverwandtschaften (z. B. im Sprachgestus, im Widerspiel von Gefährdung und Verschweigen, im Einsatz eines Wahlverwandtschaften-Zitats als Epilog etc.). Zuletzt wird der Blick auf die Lehre der Sainte-Victoire und die sie umstellenden, beleuchtenden Journale Geschichte des Bleistifts und Phantasien der Wiederholung geworfen mit dem Ziel, die Elemente der Poetologie Handkes herauszuarbeiten, die sich an Goethes naturwissenschaftlich-poetologisches Denken und Verhalten anlehnen. Voir également le Site
Original languageGerman
Title of host publicationSpuren, Signaturen, Spiegelungen
Subtitle of host publicationZur Goethe-Rezeption in Europa
EditorsBosse Anke, Bernhard Beutler
Place of PublicationCologne, Weimar, Vienne
PublisherBöhlau
Pages381-397
Number of pages17
ISBN (Print)3-412-06600-1
Publication statusPublished - 2000

Keywords

  • poetology
  • Handke
  • intertextuality
  • Goethe
  • reception
  • aesthetics

Cite this

Bosse, A. (2000). "Auf ihrer höchsten Stufe wird die Kunst ganz äusserlich sein": Goethe bei Handke. In B. Anke, & B. Beutler (Eds.), Spuren, Signaturen, Spiegelungen: Zur Goethe-Rezeption in Europa (pp. 381-397). Cologne, Weimar, Vienne: Böhlau.
Bosse, Anke. / "Auf ihrer höchsten Stufe wird die Kunst ganz äusserlich sein" : Goethe bei Handke. Spuren, Signaturen, Spiegelungen: Zur Goethe-Rezeption in Europa. editor / Bosse Anke ; Bernhard Beutler. Cologne, Weimar, Vienne : Böhlau, 2000. pp. 381-397
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Bosse, A 2000, "Auf ihrer höchsten Stufe wird die Kunst ganz äusserlich sein": Goethe bei Handke. in B Anke & B Beutler (eds), Spuren, Signaturen, Spiegelungen: Zur Goethe-Rezeption in Europa. Böhlau, Cologne, Weimar, Vienne, pp. 381-397.

"Auf ihrer höchsten Stufe wird die Kunst ganz äusserlich sein" : Goethe bei Handke. / Bosse, Anke.

Spuren, Signaturen, Spiegelungen: Zur Goethe-Rezeption in Europa. ed. / Bosse Anke; Bernhard Beutler. Cologne, Weimar, Vienne : Böhlau, 2000. p. 381-397.

Research output: Contribution in Book/Catalog/Report/Conference proceedingConference contribution

TY - GEN

T1 - "Auf ihrer höchsten Stufe wird die Kunst ganz äusserlich sein"

T2 - Goethe bei Handke

AU - Bosse, Anke

N1 - Publication code : *FP A0456 Publication editors : Bosse, Anke / Beutler, Bernhard (éd.)

PY - 2000

Y1 - 2000

N2 - Nach einer sprachexperimentellen und -skeptizistischen Phase trat in Handkes Werk um 1972 eine Wende ein hin zur Affirmation des Schönen, zur Sondierung des Authentischen in und durch Sprache auf der Basis des 'neuen Sehens' ' auch unter dem Eindruck der Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts. Aus den Schichtungen vielfältiger intertextueller Bezüge habe ich die auf Goethe verweisenden als Bestandteile einer bei Handke selbst angelegten Deutungsperspektive ausgewählt. Handkes Bezugnahmen auf Goethes Werk changieren zwischen 'deutlich markiert' und 'kaum markiert'. Entschieden habe ich mich für drei aussagekräftig 'markierte' Beispieltexte: Zunächst skizziere ich die Kontrastbeziehung der Falschen Bewegung zum Wilhelm Meister als dem unangefochtenen Modell des Bildungsromans; dann folgt Die linkshändige Frau zusammen mit ihrem 'Echoraum', dem Journal Das Gewicht der Welt, und beider Orientierung an den Wahlverwandtschaften (z. B. im Sprachgestus, im Widerspiel von Gefährdung und Verschweigen, im Einsatz eines Wahlverwandtschaften-Zitats als Epilog etc.). Zuletzt wird der Blick auf die Lehre der Sainte-Victoire und die sie umstellenden, beleuchtenden Journale Geschichte des Bleistifts und Phantasien der Wiederholung geworfen mit dem Ziel, die Elemente der Poetologie Handkes herauszuarbeiten, die sich an Goethes naturwissenschaftlich-poetologisches Denken und Verhalten anlehnen. Voir également le Site

AB - Nach einer sprachexperimentellen und -skeptizistischen Phase trat in Handkes Werk um 1972 eine Wende ein hin zur Affirmation des Schönen, zur Sondierung des Authentischen in und durch Sprache auf der Basis des 'neuen Sehens' ' auch unter dem Eindruck der Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts. Aus den Schichtungen vielfältiger intertextueller Bezüge habe ich die auf Goethe verweisenden als Bestandteile einer bei Handke selbst angelegten Deutungsperspektive ausgewählt. Handkes Bezugnahmen auf Goethes Werk changieren zwischen 'deutlich markiert' und 'kaum markiert'. Entschieden habe ich mich für drei aussagekräftig 'markierte' Beispieltexte: Zunächst skizziere ich die Kontrastbeziehung der Falschen Bewegung zum Wilhelm Meister als dem unangefochtenen Modell des Bildungsromans; dann folgt Die linkshändige Frau zusammen mit ihrem 'Echoraum', dem Journal Das Gewicht der Welt, und beider Orientierung an den Wahlverwandtschaften (z. B. im Sprachgestus, im Widerspiel von Gefährdung und Verschweigen, im Einsatz eines Wahlverwandtschaften-Zitats als Epilog etc.). Zuletzt wird der Blick auf die Lehre der Sainte-Victoire und die sie umstellenden, beleuchtenden Journale Geschichte des Bleistifts und Phantasien der Wiederholung geworfen mit dem Ziel, die Elemente der Poetologie Handkes herauszuarbeiten, die sich an Goethes naturwissenschaftlich-poetologisches Denken und Verhalten anlehnen. Voir également le Site

KW - poetology

KW - Handke

KW - intertextuality

KW - Goethe

KW - reception

KW - aesthetics

KW - Goethe, réception, ésthétique, Europe

M3 - Article dans les actes d'une conférence/un colloque

SN - 3-412-06600-1

SP - 381

EP - 397

BT - Spuren, Signaturen, Spiegelungen

A2 - Anke, Bosse

A2 - Beutler, Bernhard

PB - Böhlau

CY - Cologne, Weimar, Vienne

ER -

Bosse A. "Auf ihrer höchsten Stufe wird die Kunst ganz äusserlich sein": Goethe bei Handke. In Anke B, Beutler B, editors, Spuren, Signaturen, Spiegelungen: Zur Goethe-Rezeption in Europa. Cologne, Weimar, Vienne: Böhlau. 2000. p. 381-397